Wie viel Klima-Veränderung hält unsere Welt aus?
Bestsellerautor Marc Elsberg stellte am 8. Klimaevent in Arbon seine Thesen zur globalen Klimaveränderung und zum «Geoengineering» vor.
Der Bestsellerautor Marc Elsberg zog die Massen an. Über 300 Gäste besuchten den 8. Klimaevent der «Die Klimamacher AG» im Arboner Presswerk. Im Zentrum des Anlasses stand die existentielle Frage, wie viel Klima-Veränderung unsere Welt aushalte.
Alle zwei Jahre führt die «Die Klimamacher AG» aus Arbon einen Grossanlass durch, an dem Experten über aktuelle Klima-Themen, die Folgen des Klimawandels und nötige Gegenmassnahmen diskutieren. Am vergangenen Donnerstag drehte sich alles um die Frage, wie viel Klima-Veränderung unsere Welt ertrage. Der Spiegel-Bestsellerautor Marc Elsberg, bekannt durch seinen Roman «Blackout – Morgen ist es zu spät», setzte mit einer Lesung aus seinem Buch «°C – Celsius» den Rahmen und warnte vor einem gezielten «Geoengineering» gewisser Akteure.
Geoengineering – Eingriffe ins globale Klimasystem
Elsbergs Keynote machte klar, dass es sich bei möglichen Eingriffen ins globale Klimasystem – beispielsweise durch eine technische Reduktion der Sonnenstrahlung («Solar Radiation Management») oder durch den Entzug von Kohlendioxid aus der Atmosphäre («Carbon Dioxide Removal») – nicht um fiktionales Denken, sondern um die Realität handle. Zum jetzigen Zeitpunkt scheitere ein solches «Geoengineering» nur mehr an der Grösse der Aufgabe und den Finanzen. Das könne sich aber bald schon ändern.
Chance nutzen!
Seine Thesen wurden vom Thurgauer TV-Moderator Reto Scherrer aufgenommen und mit dem ehemaligen ETH-Professor Thomas Peter sowie mit Dennis Reichardt, dem Inhaber der
«Die Klimamacher AG», vertieft diskutiert. Peter bestätigte, dass die Wissenschaft an solchen Technologien aktiv arbeite, die Forscherinnen und Forscher aber wenig Einfluss auf die mögliche Anwendung durch die staatlichen oder privaten Akteure habe. Reichardt warnte, dass derzeit noch zu technisch gedacht werde und der mögliche Einsatz der Technologie im Alltag zu oft vergessen ginge. Die Diskussion machte deutlich, dass wir vor grossen Herausforderungen, aber auch vor grossen Chancen für die Welt, für unsere Wirtschaft und für unsere Gesellschaft stünden. Es gelte, die Gefahren einzugrenzen und die Chancen zu nutzen.
Droht ein Klima-Krieg?
Einigkeit bestand darin, dass die fehlende globale Governance derzeit die grösste Gefahr darstelle. Denn mit einfacheren und günstigeren Technologien könnten Akteure wie Elon Musk gezielt ins Klimasystem eingreifen und die Welt bis hin zu einem Klima-Krieg verändern. Das Ringen um Wärme und Wasser hätte einen massgeblichen Einfluss auf das zukünftige Klima, die Vegetation sowie auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung am jeweiligen Ort auf der Welt. «Geoengineering» könne Fortschritt auslösen, aber für uns alle auch «brandgefährlich» werden.
Den Wandel rechtzeitig einleiten
Marc Elsberg meinte weiter: «Über Geoengineering müsste nicht mehr diskutiert werden, wenn die Ursachen der Klimaerwärmung angegangen und die bekannten Massnahmen und Technologien zur Reduktion von CO2 schnell und breit umgesetzt würden». Da sich die Politik mit der Umsetzung mächtig Zeit lasse, müssten nun die Privaten und das Gewerbe Verantwortung übernehmen und den nötigen Wandel einleiten. Es sei Zeit zu handeln!
Weichenstellungen sind nötig
Dennis Reichardt, Inhaber und Verwaltungsratspräsident der «Die Klimamacher AG», zog zur Verabschiedung der Gäste die treffende Bilanz: „Unser Klimaevent hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig der Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ist. Wir konnten wertvolle Impulse für uns, für die Umwelt und für unsere Zukunft sammeln. Es gilt nun, die nötigen Weichenstellungen vorzunehmen.“